Gewittergefahr beim Wandern - was tun?

 
 

Ende August führte mich eine Wandertour mit sieben anderen wanderbegeisterten Mädels in die Bayerischen Voralpen.
Für unser Wochenende waren eigentlich Dauerregen und Gewitter vorhergesagt.

Glücklicherweise haben wir aber nur am ersten Wandertag ein paar Regentropfen abbekommen. Danach wurde es freundlicher, so dass wir unser Picknick in der Sonne genießen und sogar noch im Kochelsee baden konnten.
Die guten Wetterbedingungen waren natürlich perfekt, denn wir haben eine Nacht in einer Berghütte auf 1327 m inmitten traumhafter Natur verbracht, die nur zu Fuß erreichbar ist.

Was hätten wir gemacht, wenn es nun doch Gewitter gegeben hätte?

Da für mich die Sicherheit meiner Mitwanderinnen an erster Stelle steht, hätten wir die Tour abgekürzt, so dass wir rechtzeitig bei unserer Unterkunft angekommen wären.
Natürlich wäre es schade gewesen, einen halben Wandertag zu opfern, aber gerade in den Bergen sollte man keinerlei Risiko eingehen.

Viele Wanderer wissen nicht, wie sie sich bei Gewitter richtig verhalten sollen. Hier kommen Tipps, damit du dich bei Gewitter nicht in Gefahr begibst.

Was tun bei Gewitter?

  • Vor jeder Wanderung solltest du den Wetterbericht checken. Hilfreiche Seiten sind die vom Deutschen Wetterdienst und vom Deutschen Alpenverein.

  • Es macht Sinn, auf die Einheimischen, auf Wanderführer, Mitarbeiter von Bergbahnen und sonstige „Experten“ vor Ort zu hören, denn die kennen sich aus.

  • Bei Gewitter solltest du rechtzeitig Zuflucht in Häusern oder im Auto suchen und Schutzhütten nur dann wählen, wenn sie einen Blitzableiter haben.

  • Falls kein Unterstand in deiner Nähe ist, kannst du dir eine Kuhle suchen, dich hinhocken, deine Arme um die Beine legen und die Füße eng nebeneinanderstellen.

  • Gegenstände aus Metall sollten sich mindestens 5 bis 10 m von dir entfernt befinden.

  • Einzelnstehende Bäume solltest du meiden. Allerdings ist es im Wald sicherer als auf dem offenen Feld. Im Wald möglichst eine Gruppe von niedrigen, dichtstehenden Bäumen wählen!

  • Vorsicht: Blitze können auch dann noch einschlagen, wenn kein Donner mehr zu hören ist!
    Erst wenn die Wolkendecke aufreißt und der Regen aufhört, kannst du dich einigermaßen sicher fühlen.

Und so berechnest du, ob Blitze bereits gefährlich nahe sind:

  • Wenn du den Blitz siehst, zählst du die Sekunden, bis du den nächsten Donnerschlag hörst.

  • Die Sekunden teilst du dann durch 3. Daraus ergibt sich die Entfernung des Gewitters in km.

  • Ab 3 bis 5 km wird es langsam kritisch und du solltest dich schleunigst aus der Gefahrenzone in Sicherheit begeben!

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Hier zieht ein Gewitter auf. In wenigen Minuten "knallt es".