Wandern auf den Kanaren: Welche Insel ist dein Favorit?

 

Überlegst du auch schon, wie du deinen Wandersommer noch ein bisschen verlängern kannst?
Mein Tipp: Die Kanaren eignen sich hervorragend dafür!

Doch was genau unterscheidet denn nun eigentlich die einzelnen Inseln? Wie ist das Klima, welche Landschaften und welche Sehenswürdigkeiten gibt es?

Und welche der 7 Kanarischen Inseln bietet all das, was du dir für deine nächste Reise wünscht?

El Hierro

El Hierro

Die Eigen- und Besonderheiten jeder der sieben Inseln stellt dir Dagmar Reuter vor. Auf ihrem Blog "Sieben Inseln" schreibt Dagmar über Wandertouren und Sehenswertes auf den kanarischen Inseln. Entstanden ist der Blog, weil sie die kanarischen Inseln und das Wandern liebt. Hier teilt sie ihre ganz persönlichen Tipps und Erfahrungen mit dir:

„Da ich mehrere Monate im Jahr auf Teneriffa lebe, streife ich insbesondere gerne mit meinem Labrador über die große Kanareninsel Teneriffa. Dabei suche immer wieder nach neuen Routen und probiere neue Wanderwege aus. Ab und zu enden diese Touren dann auch schon mal in einer „Sackgasse“. Doch zumeist kommt bei meinen kleinen Expeditionen eine neue Wandertour heraus. Und mich freut besonders, dass ich diese dann mit kostenlosen Tracks an meine Leser weitergeben kann.

Doch nicht nur Teneriffa ist sehenswert und bietet für Wanderer wunderschöne Wandertouren. Auch die Nachbarinseln haben es mir angetan. Alle sieben kanarischen Inseln sind Vulkaninseln und liegen mitten im Atlantischen Ozean nicht weit vor der Küste Afrikas. Soweit die Gemeinsamkeit. Jede der Inseln hat ihre typischen Besonderheiten, ihren eigenen Charme und bietet einmalige Wandererlebnisse. Und es gibt wohl wenig Orte auf der Welt, an denen auf so kleinem Raum, so viel Vielfalt herrscht.

Was genau unterscheidet denn nun eigentlich die einzelnen Inseln? Wie ist das Klima, welche Landschaften und welche Sehenswürdigkeiten gibt es? Zu diesen Fragen möchte ich dir heute einige Eigen- und Besonderheiten jeder der sieben Inseln vorstellen.

Teneriffa – Insel der Glückseligen

Die größte kanarische Insel ist Teneriffa. Doch neben der Größe bietet sie auch die größte landschaftliche Vielfalt und ist damit ein abwechslungsreiches Wanderparadies. Ob sie deswegen auch als Insel der Glückseligen bezeichnet wird? Wanderungen sind in den weiten Küstenregionen, im Teno und im Anaga Gebirge sowie im Teide Nationalpark möglich.
Dort lockt der höchste Berg Spaniens, der Vulkan Teide mit seinen 3.718 Höhenmetern.
Das Highlight für Wanderer auf Teneriffa ist die Besteigung des Teide zum Sonnenaufgang, wenn der Riese den größten Schatten Europas über das Meer wirft.

Andere bekannte Wanderungen, wie durch den Barranco von Masca und die Paisaje Lunar/die weiße Mondlandschaft, sind wirklich nur Bruchteile von dem, was Teneriffa für Wanderer zu bieten hat. Doch nicht nur Wanderer, auch alle anderen Sportler kommen auf Teneriffa auf ihre Kosten. In der Hauptstadt Santa Cruz de Tenerife und in der benachbarten Universitätsstadt La Laguna gibt es städtisches Flair und viel Kultur. Auch für Park Fans bietet Teneriffa u.a. mit dem bekannten Loro und dem Siampark viel Abwechslung. Sonnenanbeter und Scharen von Touristen ziehen den eher kargen Süden um Los Christianos dem eher grünen Norden vor.
Dort kann es natürlich auch schon mal ein bisschen regnen.

Teneriffa hat vom Luxushotel mit 5 Sternen bis zur kleinen Privatunterkunft oder den landschaftlich reizvoll gelegenen Landhäusern wirklich für jeden etwas zu bieten. Pauschaltouristen kommen genauso auf ihre Kosten wie Individualreisende.

teneriffa

teneriffa

Gran Canaria – der kleine Miniaturkontinent

Die Insel Gran Canaria steht ihrer größeren Nachbarinsel in punkto Vielfalt kaum nach.
Ihr großer Vulkan der Pico de las Nieves ist zwar „nur“ 1949 Meter hoch. Doch dafür gibt es im Süden der Insel riesige weiße Dünenfelder. Wegen der Vielfältigkeit der Landschaft mit ihren Barrancos, Stauseen und subtropischen Tälern wird Gran Canaria auch als Miniaturkontinent bezeichnet. Das Wahrzeichen Gran Canarias ist der 1813 Meter hohe Roque Nublo. Die kleine Rundwanderung um den Wolkenfelsen ist bei Wanderern auf Gran Canaria besonders beliebt. Ich selber liebe Wanderungen durch einsame Barrancos, wie zum Beispiel die zum entlegenen Strand von Güi Güi.

Das Klima und die Vegetation auf Gran Canaria sind wie auf den Nachbarinseln im Norden eher feuchter und grüner. Dafür ist es im Süden der Inseln eher trocken und wärmer. Fast ganzjährig herrschen im Mittel Tagestemperaturen zwischen 18 und 26 Grad. Hauptzentrum des Tourismus ist auf Gran Canaria der Inselsüden mit den Orten Maspalomas und Playa del Inglés.
Gran Canaria ist auch ein beliebtes Urlaubsziel für Homosexuelle. So bunt und vielfältig wie die gesamte Insel ist auch der alljährliche Karneval, zu dem Besucher aus aller Welt anreisen.

Neben den Wanderern ist Gran Canaria besonders beliebt bei den Radfahrern, die überall auf der Insel zahlreich unterwegs sind. Doch das ist bei Weitem nicht alles, um den vielen Möglichkeiten, die Gran Canaria für Kultur suchende, Sportler und Wanderer bietet, gerecht zu werden. Mit ihren zahlreichen Naturparks und ihrem vielfältigen Kulturangebot hat die Insel für jeden Geldbeutel sehr viel mehr zu bieten als nur die Touristenhochburgen im Süden.

Gran canaria

Gran canaria

La Gomera – die kleine Wilde

La Gomera ist die zweitkleinste der sieben Inseln. Da sie weit über 50 steil zum Meer abfallende Schluchten hat, wird sie oft als die „kleine Wilde“ bezeichnet. Im Gegensatz zu den Nachbarinseln Teneriffa und Gran Canaria, gibt es auf La Gomera bis heute keine Touristenhochburgen.  Das in den 70ger Jahren durch die Hippies bekannt gewordene Valle Gran Rey ist heute zwar auch längst keine Hippieenklave mehr. Doch insgesamt herrscht auf
La Gomera Individualtourismus vor. Es gibt neben den Apartmenthäusern im Valle und an einigen anderen Stellen der Insel, immer noch sehr viele ruhige Unterkünfte inmitten der Natur.

Wandern wird auf La Gomera ganz großgeschrieben. So gibt es unendlich viele Möglichkeiten die Insel zu erkunden. Auf La Gomera überqueren große Fernwanderwege die gesamte Insel. Der Wanderweg GR-131 führt über sämtliche Höhenzüge der Insel. Und der GR-132 bringt in mehreren Etappen den Wanderer rund um das gesamte Eiland. Der höchste Berg ist der Garajonay mit seinen 1.500 Höhenmetern. Auf La Gomera gibt es an den Nordhängen ausgedehnte Nebel- und Lorbeerwälder.  Eine Attraktion der anderen und neueren Art ist der gläserne Skywalk über der Steilwand von Agulo. Dort hinauf führt nicht nur eine Straße, sondern auch eine äußerst beeindruckende Wanderung durch die Steilwand.

Auf La Gomera gibt es heute Pauschalunterkünfte, aber auch private Unterbringungen für jeden Geldbeutel. Doch die Preise hängen natürlich ein wenig von der gewünschten Lage ab.
Im angesagten Valle Gran Rey wird es schwerer ein günstiges Zimmer zu finden als in einem entlegenen kleinen Bergdorf. Doch selbst ich mit meinem Labrador habe über kurz und lang immer noch eine passende Unterkunft für uns beide gefunden.

LA Gomera

LA Gomera

La Palma – die Isla Bonita

La Palma wird auch die Isla Bonita, die Schöne oder auch die Isla Verde, die Grüne, genannt. Das kommt daher, dass sie sich tatsächlich von den anderen kanarischen Inseln durch ihre äußerst üppige grüne Vegetation unterscheidet. Daher ist auch Wandern auf La Palma, das zum Biosphärenreservat erklärt wurde, ein ursprüngliches Erlebnis.

Touristenhochburgen gibt es auf der nordwestlich gelegenen Insel nicht. Die Luft ist so rein und klar, dass sie sich bestens für Sternenbeobachtung eignet. Das kannst du vor Ort selber ausprobieren. Professionell geschieht die Sternenbeobachtung im bekannten Observatorium in der Nähe des Roque de los Muchachos. Dieser Berg ist auch mit seinen 2.426 Höhenmetern die höchste Erhebung der Insel. Auch auf La Palma gibt es ausgedehnte Naturschutzgebiete, Lorbeerwälder und sehr viele Vulkane.

Die Paradewandertour auf La Palma ist daher die Ruta de los Volcanes. Auf dieser findet alljährlich der bekannte Ultra Marathon Transvulcania statt. Vulkanaktivität ist auf La Palma allgegenwärtig. Der letzte Ausbruch fand in den 70ger Jahren des letzten Jahrhunderts statt.
La Palma ist eine Insel für Individualreisende. Dort haben sich die Bewohner insbesondere auf die ökologischen Bedürfnisse von Individualreisenden eingestellt. Selbst deutsches Vollkornbrot ist auf La Palma keine Seltenheit. Hinsichtlich der Unterkünfte gilt das Gleiche wie für La Gomera. Die Bandbreite ist groß und die Preise hängen von Saison und Standort ab.

LA palma

LA palma

El Hierro – am Ende der Welt

Die kleinste Kanareninsel El Hierro gilt tatsächlich noch ein wenig als echter Geheimtipp für Urlauber. Auf El Hierro gibt es keine Touristenmassen, auch wenn neuerdings von Zeit zu Zeit schon mal ein Kreuzfahrschiff dort anlegt. El Hierro gilt auch heute noch als Ende der westlichen Welt. Auf der kleinen Insel ist jede Menge unberührte Natur zu finden.
Badestrände gibt es kaum. Dafür gibt es wie auf den Nachbarinseln an den Nordhängen dichte Lorbeerwälder. Ein wenig anders sieht die Hochebene auf El Hierro aus.  Dort findest du große grüne Wiesen, die mit Steinmauern eingefasst sind. Als ich zum ersten Mal dorthin kam, dachte ich ganz kurz in Irland zu sein.

Auch El Hierro ist UNESCO Biosphärenreservat. Vor der Küste waren noch kürzlich Vulkane aktiv. Es gibt unzählige viele kleine private Unterkünfte. El Hierro ist einfach ein Platz zum Abschalten und die Welt vergessen. Viele gekennzeichnete Wanderwege machen die kleine Vulkaninsel zu einem reinen Wanderparadies. Wer einen Abenteuerurlaub sucht, ist hier also genau richtig. Ich selber habe auf El Hierro viel gewandert und demnächst werde ich nach und nach auch Touren auf Siebeninseln veröffentlichen.

Es gibt wenige kleine Hotels. Und in Puntagrande kannst du sogar im kleinsten Hotel der Welt wohnen. Der kleine Bau liegt fast im Atlantik und ist umgeben von tosendem Meeresrauschen. Ansonsten gibt es auf El Hierro jede Menge Individualunterkünfte für nahezu jedes Budget.

El HIErro

El HIErro

Fuerteventura – Strand- und Badeparadies

Die zweit größte kanarische Insel – jedenfalls von der Fläche - Fuerteventura unterscheidet sich sehr von den bisher aufgezählten. Es gibt auf Fuerteventura weniger Erhebungen, weniger grün und auch die Landschaft ist nicht ganz so vielfältig. Dafür findest du jedoch auf Fuerteventura unendliche weiße lange Strandstrände und Dünen. Wer also Wassersport liebt und Strandwanderungen mag, ist auf Fuerteventura genau richtig. Neben den unendlich langen Stränden bietet Fuerteventura eine beeindruckend karge Vulkanlandschaft, denn natürlich ist auch Fuerteventura wie alle kanarischen Inseln eine Vulkaninsel.

Auch auf Fuerteventura gibt es einen Fernwanderweg, der als Camino Natural de Fuerteventura (GR-131) mit einer Gesamtlänge von 155 km über die Insel führt.  Dieser Weg führt auch an den bekannten Dünen von Corralejo vorbei. Ich selber habe bislang auf Fuerteventura viele Strand- und kleine Bergwanderungen gemacht und bin mit dem Rad über die Insel gefahren.

Auf Fuerteventura herrscht der Pauschaltourismus mit großen Hotelanlagen vor. Doch wenn du ein wenig suchst, gibt es auch rund um die Insel für jeden Geschmack die unterschiedlichsten Individualunterkünfte.

Fuerteventura

Fuerteventura

Lanzarote – Wein und Vulkane

Lanzarote, das wie Fuerteventura nah bei der afrikanischen Küste liegt, ist die älteste der kanarischen Inseln. Bekannt wurde die Insel auch durch den spanischen Künstler César Manrique (1919-1992), der auf Lanzarote geboren wurde und überall auf der Insel seine Spuren hinterlassen hat. Auch hier gibt es wie auf der Nachbarinsel Fuerteventura keine allzu hohen Bergketten. Dafür hat die Insel umso mehr Vulkane.  In der Inselmitte wirst du rund um den Timanfaya Nationalpark sehr viele unterschiedliche Wanderrouten finden.

Auch liegt auf Lanzarote das größte Weinanbaugebiet der kanarischen Inseln La Geria.
Ganz anders als in Deutschland werden hier die Weinreben inmitten von ausgedehnter runden Mulden aus Vulkanasche angebaut. Da Lanzarote von meiner Heimatinsel Teneriffa recht weit entfernt ist, war ich selber lange nicht mehr dort. Um aktuelle Touren auf Siebeninseln präsentieren zu können, ist aber für das nächste Jahr eine Wanderreise auf die Insel geplant.

Von den Unterkünften ist Lanzarote heute ähnlich wie Teneriffa.
Zunächst auf Pauschaltourismus eingestellt, lassen sich auch rund um die gesamte Insel Individualunterkünfte finden.

Kanarische Inseln – ein Wanderparadies

Dieser kurze Abriss hat dir hoffentlich einen kleinen Überblick über die Vielfalt der Inseln geben können. Für welche Insel du dich auch entscheidest, Wanderspaß ist garantiert. Und natürlich haben die Inseln noch viel mehr zu bieten. Und wenn du mehr über einzelne Wanderstrecken wissen möchtest, schreibe mir gerne oder besuche mich auf Siebeninseln. Ich wünsche dir viel Freude beim Wandern,"

Dagmar von Siebeninseln

Text und alle Bilder: © Dagmar Reuter, www.siebeninseln.de

 
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