Wandern und Fernwandern auf Mallorca

 

Dieses Jahr bin ich im Februar allein auf dem GR221 auf Mallorca gewandert -  einem der schönsten Fernwanderwege Europas. Das war sogar für mich eine Herausforderung, denn das Wetter war wechselhaft und die Wegmarkierungen sehr spärlich. Diesen Fernwanderweg würde ich einer Wandereinsteigerin eher nicht empfehlen, aber Mallorca als Wanderreiseziel definitiv!

Es gibt viele gute Gründe für eine Wanderreise auf Mallorca – welche das sind, erfährst du in diesem Artikel.

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Dass Mallorca viel mehr zu bieten hat als All-inklusive-Urlaub, Clubhotels und Party-Hochburgen ist wohl mittlerweile kein Geheimnis mehr. Die größte der Baleareninseln hat in den letzten Jahren noch mal deutlich an Beliebtheit gewonnen. Inzwischen gehört sie leider zu den überlaufenen Reisezielen, eine Tatsache, die mich bei meinen Reiseplanungen generell eher abschreckt.

In den vergangenen Jahren habe ich verschiedene Teile Mallorcas kennengelernt, zu unterschiedlichen Jahreszeiten. Schon damals hat mir die Nordwestküste Mallorcas am besten gefallen, was auch an den überschaubaren Besucherzahlen im sonnig milden November lag.

Meine letzte Reise hat mein Gesamtbild von Mallorca noch einmal zum Positiven verändert.

Da ich ein absoluter Fernwander-Fan bin, stand der GR221 auf Mallorca schon länger auf meiner Reise-Liste. Die „Route der Trockensteinmauern“ führt durchs Tramuntana-Gebirge, das bis ans Meer reicht und dessen höchster Gipfel über 1400 Meter misst.

Die Etappenstarts und Endpunkte sind überwiegend kleine, ursprüngliche Dörfer, die sich noch ihre Identität bewahrt haben. Auch hier sind viele ausländische (Tages-)Besucher anzutreffen, und doch hat der Tourismus noch nicht vollends Einzug gehalten. Ich persönlich fand es angenehm, dass nicht jeder Einheimische deutsch sprach und ich mein etwas "eingerostetes" Spanisch einsetzen durfte.

Viele Wanderwege waren zumindest im Februar wenig frequentiert und an den Wochenenden habe ich mehr Mallorquiner als Deutsche getroffen. Auf einigen Etappen war ich komplett allein unterwegs und deswegen froh, dass ich Erfahrung mit Orientierung und Kartenlesen habe. Gerade wenn man mit Übernachtungsgepäck unterwegs ist, wäre es sehr unangenehm, sich zu verlaufen, was hier immer wieder einigen Wanderern passiert. Die Abgeschiedenheit in der Natur habe ich dennoch sehr genossen. Erst abends kam ich wieder in kleinen Orten an und genoss die freundliche Atmosphäre in den Wanderherbergen.

Am Wandern auf Mallorca hat mir besonders gefallen:

  • Preisgünstige Unterkünfte: Auf fast jeder Wanderetappe konnte man für wenig Geld in einer Wanderherberge übernachten und dort auch günstig frühstücken und zu Abend essen. Mein Tipp: Schlafplatz unbedingt vorab online reservieren!
  • Gut ausgebautes öffentliches Verkehrsnetz: Fast alle Orte sind problemlos und preiswert vom zentralen Bahnhof „Intermodal“ in Palma an der Plaça d'Espanya mit Bus oder Bahn erreichbar.
  • Ganzjähriges Wandern möglich: Zugegeben, der Februar auf Mallorca war mit Hagelschauern und Schnee noch ziemlich winterlich. Sobald aber die Sonne herauskam, herrschten perfekte Wanderbedingungen. In den Wintermonaten haben einige Hotels und Restaurant noch geschlossen. Die Wanderherbergen sind jedoch die meiste Zeit geöffnet, und es war selten ein Problem, eine Einkehrmöglichkeit zu finden.
  • Günstige und kurze Flüge: Der Flugpreis hängt natürlich immer von der Reise-Saison ab und davon, wie früh im Voraus man bucht. Trotzdem sind oftmals kurzfristig noch „Schnäppchen“ zu finden. Auch die Flugdauer von circa 2 Stunden ab Deutschland ist einfach unschlagbar.
  • Kombination von Meer und Gebirge: Die für mich schönste Tour führte von Deià nach Sollér, als Alternativroute zum GR221, und direkt an der Steilküste entlang. Der Ausblick ist atemberaubend.

Mir ist mittlerweile auch klar geworden, warum ALLE nach Mallorca reisen wollen. Die Insel ist einfach unbeschreiblich schön!

Egal, ob du dich für die Fernwanderung entscheidest oder für eine Standortreise mit Tageswanderungen – von Mallorca kann man nur begeistert sein!